Quelle der Legende ist der griechische Philosoph Platon. Er beschrieb Atlantis ausführlich in seinem Dialog "Kritias", nachdem er das Reich fünf Jahre zuvor in seinem Werk "Timaios" zum ersten Mal erwähnt hatte.
Atlantis, so erklärte er, habe neuntausend Jahre vor seiner Zeit existiert. Es handle sich dabei um eine Landmasse, die man mit Fug und Recht einen Kontinent nennen könne, denn sie sei "größer als Asien und Libyen zusammen" (damit waren die bekannten Teile des Nahen Ostens und Nordafrikas gemeint). Gelegen habe soll Atlantis jenseits der Straße von Gibraltar und mehrere Wochen Schiffsreise entfernt.
Vieles, was Platon in "Kritias" beschreibt, klingt mehr als
unwahrscheinlich, und beispielsweise lassen sich der angegebene
Zeitraum und die Behauptung, die Atlanter hätten gegen die Athener
kämpft (Athen wurde erst viel später besiedelt), nicht miteinander
vereinbaren. Weil die Geschichte Platons so phantastisch klingt,
haben sich vermutlich hundertmal mehr Künstler und Autoren als
seriöse Wissenschaftlicher mit ihr beschäftigt.
Zugleich ist die Beschreibung aber sehr detailliert, und wenn auch
nicht alles stimmen kann, bleibt ausreichend Spielraum für
Spekulation:
Welche Teile von Platons Bericht sind wahr ...?